Richard Serra in Doha

28. Dez. 2011 in Ausstellungen

Richard Serra, Doha 2011

Richard Serra, Doha

Vor dreieinhalb Jahren war Serra eingeladen worden, für das Museum of Islamic Art in Doha eine Skulptur im öffentlichen Raum zu entwerfen. Aber statt nur seine Stahlplatten aufzustellen, entwickelte er erst einmal ein eigenes Areal dafür. Jetzt führt eine 2 km lange, geschwungene Promenade auf einer künstlichen Halbinsel zu einem Pier-ähnlichen Platz, auf dem „7“ stolze 24 Meter in die Höhe ragt.

Acht Meter tief ist die See hier. 18 Taucher waren im Einsatz, um beim Bau von vier Säulen zu helfen, die zur Stabilisierung der Stahlplatten notwendig sind – erst dann konnte der Pier gebaut werden. Es ist das erste Mal, dass Serra mit sieben Platten arbeitet. Diese Entscheidung entstand aus seiner Beschäftigung mit der islamischen Kultur. Denn „7“ greife die Architektur der Minarette auf, erklärte Serra. Die sind zwar eigentlich rund, aber in der afghanistanischen Stadt Ghazi fand er ein oktogonales, kantiges Ziegelminarette. So ragt die Skulptur jetzt mitten im Corniche in den Himmel und verbindet die westliche Kunst mit islamischer Kultur. Auf einer Achse mit dem Museum und dem Bürotürme-Areal am gegenüberliegenden Ufer gelegen, ist „7“ eine weithin sichtbare, sehr prominente Landmark mitten im Corniche und ein deutliches Zeichen für die Aufbruchsstimmung in dem kleinen, reichen  Königreich am Golf.

Richard Serra, 2011, c:SBV

 

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