Schenkung Schilcher an das Joanneum

30. Okt. 2015 in News

c Joanneum

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Die Edition Atelier stellt nach 30 Jahren ihre Aktivitäten ein. Und statt einem Nachfolger das Archiv zu verkaufen, haben Petra und Ralph Schilcher großzügig 1000 Objekte der Neuen Galerie Graz geschenkt.csm_Kunst_ohne_Unikat_03_29423b7c86Die von Petra und Ralph Schilcher 1985 gegründete Edition Artelier beendet nach 30 Jahren die Produktion und das Verlegen von Editionen. Die Sammlung serieller Kunst mit mehr als 1.000 Werken und einem Wert von mehr als einer Million Euro geht ab Anfang 2016 als geschlossener Sammlungskomplex in den Bestand der Neuen Galerie Graz am Universalmuseum Joanneum über. Bis Ende 2017 soll die gesamte Sammlung inklusive dem damit verbundenen Sammlungsverzeichnis dem Universalmuseum Joanneum übergeben werden. Im Jahr 2018 werden die Werke der Schenkung erstmals in einer Ausstellung in der Neuen Galerie Graz gezeigt. Der entsprechende ‚Letter of Intent‘ wurde heute von Petra und Ralph Schilcher sowie Joanneums-Direktor Wolfgang Muchitsch unterzeichnet.

Zur Edition Artelier
Aus der Grazer Siebdruckerei von Ralph Schilcher entstand 1985 ein eigener Produktionsbereich für künstlerischen Siebdruck, der in der Folge auf Holz-, Metall- und Kunststoffbearbeitung ausgedehnt wurde. Diese Produktion wurde unter dem Namen Edition Artelier von Ralph Schilcher und seiner damaligen Frau Petra Schilcher geführt. Das Grundprinzip des Arteliers war immer die Einheit der „3 P´s“: production, publishing and presentation. Sowohl die Herstellung als auch die Verlagstätigkeit und die Ausstellung lagen in einer Hand. In den letzten 30 Jahren entstanden auf diese Art mehr als 500 Editionen nationaler und internationaler Künstlerinnen und Künstler, aus denen der Kern der Sammlung gebildet wird. Internationale Sammlerinnen und Sammler begleiten die Edition Artelier seit den 1980er-Jahren ebenso, wie Kontakte in der Produktion. Auch Verbindungen zu zahlreichen Institutionen und Museen, die die Editionen präsentierten wurden ausgebaut, darunter z. B. das ZKM Karlsruhe, die Neue Galerie Graz, die Kunstvereine von Braunschweig, Bonn und München und die Villa Arson in Nizza. Das Artelier produzierte neben den selbstverlegten Editionen auch für eine Reihe von Künstlern und Institutionen, etwa die installativen Arbeiten Peter Koglers für seine zweimalige Teilnahme an der documenta IX (1992) und X (1997) in Kassel. Auch für die Kunst-Biennale in Venedig (1995) produzierte die Edition Artelier.
In den Jahren 1990 bis 1995 wurde eine Galerie in Frankfurt/Main betrieben und die Produkte der Edition wurden von Beginn an auf der Wiener sowie internationalen Messen (unter anderem in Köln, Berlin, Chicago, Los Angeles, Madrid oder Basel) gezeigt. Vom Artelier produzierte Arbeiten wurden von internationalen wie österreichischen Museen und Sammlungen angekauft (z. B. Albertina und mumok in Wien, Museum der Moderne Salzburg, Neue Galerie Graz, DaimlerChrysler-Stiftung und Jüdisches Museum in Berlin, Deutsche Bank in Frankfurt, FNAC-Fonds National d`Art Contemporain in Puteaux, Reina Sofia in Madrid, Museum of Modern Art in New York).

Zur Schenkung
2015 beendet die Edition Artelier nach 30 Jahren die Produktion und das Verlegen von Editionen. Die Ausstellungstätigkeit wird im Rahmen der Galerie Artelier Contemporary von Petra Schilcher weitergeführt. Um die Kontinuität der in 30 Jahren entstandenen Sammlung serieller Kunst und die Dokumentation der kulturhistorischen Arbeit des Arteliers zu gewährleisten, entschlossen sich Petra und Ralph Schilcher diese Kunst- und Dokumentationssammlung durch eine Schenkung in die Hände der Neuen Galerie zu legen. Diese Schenkung der Sammlung Artelier Collection-Sammlung serieller Kunst besteht aus vier Bereichen: Bei den Werken handelt es sich einerseits um Editionen aus der Eigenproduktion und aus dem Programm des Arteliers. Weiters befinden sich darunter ausgesuchte Kunstwerke aus der Produktion der Werkstatt des Arteliers sowie auch serielle Kunstwerke von Künstlern des Arteliers, die jedoch nicht vom Artelier produziert wurden. Ein weiterer wichtiger Bestandteil umfasst das Archiv mit jenen Objekten, die die 30-jährige Editionstätigkeit dokumentieren.

(Pressetext Joanneum)

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