Wiener Maßnahmen für Kulturschaffende, März 2020

24. Mrz. 2020 in News

Rathaus Wien, Von Gryffindor - Eigenes Werk, CC BY 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1128542

Rathaus Wien, Von Gryffindor – Eigenes Werk, CC BY 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1128542

Wien als Tourismusmetropole. Allein im Februar 2020 wurden 1.019.000 Übernachtungen registriert, obwohl die Zahl der Gäste aus China bereits um 63 Prozent zurückgegangen war. Dieser Tourismus lebt von dem vielfältigen Kulturangebot in Theatern, Museen, Konzerthäusern – und das fällt in der momentanen, Coronavirus-bedingten Situation völlig aus. Den Kulturschaffenden entgeht damit jeglicher Verdienst.

Stadträtin Kaup-Hasler. (c) Christian Jobst

Stadträtin Kaup-Hasler. (c) Christian Jobst

„Wir müssen alles dafür tun, dass das kulturelle Leben nicht beschädigt wird“, betont Wiens Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler als Auftakt der digital übertragenen Pressekonferenz, in der sie zusammen mit Wiens Bürgermeister Michael Ludwig Maßnahmen für Kulturschaffende bekannt gab. „Wir werden Hand in Hand durch die Krise gehen“.
1. Vorgezogene Ratenzahlungen seitens der Stadt, was einige Theater und auch das Kindermuseum ZOOM betrifft, wie Kaup-Hasler ausführt. Jahresförderungen bleiben im vollen Umfang erhalten.
2. Umgang mit Subventionen: Die Kulturabteilung wird keine Rückforderungen bereits zugesagter oder ausbezahlter Subventionen an Kulturinstitutionen und Kulturschaffende stellen, wenn die notwendige Dokumentationen und Abrechnungen vorliegen. Die Kulturschaffenden mögen also bitte Aufzeichnungen über die Absagen führen. Zudem werden die Kosten für ausgefallene Veranstaltungen, Betriebe und Projekte erhoben, um weitere Maßnahmen zu überlegen.
3. Alle Fördervereinbarungen der Stadt werden eingehalten, ungeachtet möglicher Absagen und Ausfälle, „wie in einem simulierten Normalbetrieb“, beschreibt es Kaup-Hasler. Gagen sollen also ausgezahlt werden können. Die Ausbezahlungen seitens der Stadt sollen „trotz schwieriger Bedingungen“ gewährleistet bleiben, weiterhin Einreichungen im Gemeinderat beschlossen werden.

Bürgermeister Ludwig und Stadträtin Kaup-Hasler. (c) Christian Jobst

Bürgermeister Ludwig und Stadträtin Kaup-Hasler. (c) Christian Jobst

4. „Abgesagt – Angesagt“: Bürgermeister Ludwig kündigte an, dass in Kooperation mit Rabenhof, W24 und Stadt Wien Kultur eine Präsentationsmöglichkeit im Rabenhof – unter Einhaltung aller Sicherheitsanweisungen, wie er betonte – eingerichtet werden. KünstlerInnen aller Spaten können dort auftreten, erhalten Gagen und sind digital über Streaming-Plattformen zu sehen. Koordinator ist Thomas Gratzer, Direktor des Rabenhofs.
5. KünstlerInnen für Wien: Die Stadt Wien wird eine öffentlich geschaltete, digitale Seite einrichten, auf der KünstlerInnen selbständig auf ihre Angebote hinweisen bzw. links hinterlegen können.
Die Angebote 1-3 richten sich nur an jene, die bereits gefördert werden. Auf 4 können wir gespannt sein, wann es startet, wurde nicht genannt. 5 ist eine rein symbolische Maßnahme, eine nette Sammelstelle zum Durchklicken. Aber wie schaut es für die Nichtgeförderten aus, und für jene Kulturschaffenden, die sich nicht über Auftritte sondern über Werke finanzieren? Werden beispielsweise die Mieten für staatliche Ateliers ausgesetzt? Dazu wurden noch keine Maßnahmen genannt. Stattdessen wies Bürgermeister Ludwig auf Pläne hin, rund 300.000 Menschen über 65 Jahre kostenlose Taxigutscheine zu geben und einen Fond einzurichten, um die Voraussetzungen für homeoffice zu fördern.

PK Stadt Wien 24.3.2020, 11:30-11:45