Kulturplattform Donauraum – neue Routen durch Europa

03. Mai. 2017 in News, Reisen

Foto Rainer Prohaska

Foto Rainer Prohaska

„Mit der Habsburger Monarchie haben wir ein Gespensterreich geerbt, in dem bis heute eine große Gemeinsamkeit besteht: die Vielfalt.“ Mit dieser schönen Kennzeichnung des Donauraums des Wiener Historikers und Schriftstellers Doron Rabinovici begann im April in Wien die Vorstellung eines neuen, großangelegten EU-Projektes: die Kulturplattform Donauraum. Sechs Länder nehmen bisher daran teil, Österreich ist federführend. Später sollen alle 14 Länder der „EU-Donauraumstrategie“ zusammenkommen.

Foto Claudia Prieler

Foto Claudia Prieler

Ziel des Projektes ist eine neue Tourismusschiene auf dem Fundament der europäischen Geschichte. Denn es wird Kulturrouten geben, die zu „versteckten Stätten des Kulturerbes und historischen Ereignissen entlang der Donau“ führen, wie es in der Ankündigung heißt. Parallel dazu werden in dem Pilotprojekt „Heritage Reloaded“ digitale Visualisierungen, Filme, Animationen und klassische Ausstellungen erarbeitet. Aber was bedeutet überhaupt ´unsichtbar´? „Es kann um Orte gehen, die unbekannt sind, die unter der Erde liegen, die zerstört oder von Politik und Gesellschaft verdrängt wurden. Diese Stätten, wie z.B. ein römisches Badehaus in Oberösterreich oder die zerstörte Synagoge von Vidin/Bulgarien werden mittels 3D-Visualisierungen rekonstruiert oder durch eine künstlerische Interpretation zu neuem Leben erweckt“ (Pressetext).

Martin Sturm, Künstlerischer Leiter, Oberösterreichisches Kulturquartier Linz; Petra Olschowski, Staatssekretärin, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg; Stefano Dominioni, Europarat, Direktor Europäisches Institut für Kulturrouten, Luxemburg

Martin Sturm, Künstlerischer Leiter, Oberösterreichisches Kulturquartier Linz; Petra Olschowski, Staatssekretärin, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg; Stefano Dominioni, Europarat, Direktor Europäisches Institut für Kulturrouten, Luxemburg. Foto Claudia Prieler

„Die Reisenden werden zu temporären Bewohnern der Reiseroute“, wie es Stefano Dominioni vom Europarat auf der Eröffungsveranstaltung formulierte. Er hat bereits Erfahrungen mit diesem Konzept, denn er ist Leiter des europäischen Instituts für Kulturstraßen, die 32 Kulturstraßen zum Kulturerbe Europas zertifiziert haben, darunter die Via Habsburg, der Europäische Mozart Weg, die Wikinger Route und die Europäische Friedhofsroute. 40 Prozent des globalen Tourismus zieht es jährlich nach Europa, erklärte er. Das Kulturstraßen-Netzwerk verhelfe jetzt schon vielen kleinen Betrieben zur besseren Vermarktung.
Für die Kulturplattform Donauraum dagegen ist noch alles in der Planung, erster Schritt wird eine Studie zu den möglichen Routen sein. Verantwortlich dafür ist das Danube Competence Center, das bereits die Römische-Kaiser-Route zu 20 Ausgabungen (in Kroatien, Serbien, Bulgarien, Rumänien) und die durch 15 Regionen führende Donau-Wein-Straße entwickelte.

Petra Olschowski, Staatssekretärin, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg; Boris Čamernik, Generalsekretär, Danube Competence Center, Belgrad; Elisabeth Pacher, Projektleiterin “Kulturplattform Donauraum”, Bundeskanzleramt Österreich; Moderatorin Anna Maria Krassnigg. Foto Claudia

Petra Olschowski, Staatssekretärin, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg; Boris Čamernik, Generalsekretär, Danube Competence Center, Belgrad; Elisabeth Pacher, Projektleiterin “Kulturplattform Donauraum”, Bundeskanzleramt Österreich; Moderatorin Anna Maria Krassnigg. Foto Claudia Prieler

Aber wie sollen die ´versteckten Schätze´ sichtbar gemacht werden? Dazu werden Künstler eingeladen, wofür Martin Sturm, künstlerischer Direktor des Oberösterreichischen Kulturzentrums Linz, verantwortlich ist. Die transnationalen Verstecke seien spannende Herausforderung für Künstler, sagte er, die Donau ein „Sehnsuchtsort“. Schon jetzt liegen 8 Künstlerschiffe im Linzer Hafen vor Anker.
Die EU finanziert 85 Prozent des Gesamtbudgets von 1,7 Millionen Euro. Die Vorbereitungen zur Kulturplattform Donauraum laufen bis zum Juni 2019, dann werden die Ergebnisse in einer Schlusskonferenz und konkrete Modelle der neuen Kulturrouten vorgestellt. Ab 2019 liegen dann auch für sechs Jahre die Kulturhauptstädte in Donauländern.
http://www.interreg-danube.eu
http://www.culture-routes.net

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